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Trabrennbahn im Morgenlicht mit weißer Innenbande

ORTE

Trabrennbahnen in Deutschland und Österreich: die Übersicht mit Lageplan

Wo der Trabrennsport im deutschsprachigen Raum stattfindet, wie alt die Bahnen sind und worauf gefahren wird.

01 · KARTE

Die Übersicht aller Trabrennbahnen im Lageplan

Die Bahnen verteilen sich nicht gleichmäßig. Der Lageplan zeigt drei Ballungen: das Rheinland und das Ruhrgebiet, Bayern und den Raum Berlin. Diese Übersicht lässt sich nach Land und Region filtern.

Land
48° N 50° N 52° N 54° N 8° O 10° O 12° O 14° O 16° O Bahrenfeld Karlshorst Mariendorf Drensteinfurt Recklinghausen Dinslaken Gelsenkirchen Panitzsch Mönchengladbach Dieburg Straubing Pfarrkirchen Krieau Daglfing Wels Ebreichsdorf Gröbming
  • Trabrennbahn Mariendorf Berlin · Berlin · seit 1913
  • Trabrennbahn Karlshorst Berlin · Berlin
  • Trabrennbahn Daglfing München · Bayern · seit 1902 · 1000 m
  • Trabrennbahn Straubing Straubing · Bayern · seit 1901
  • Trabrennbahn Pfarrkirchen Pfarrkirchen · Bayern
  • Trabrennbahn Mönchengladbach Mönchengladbach · Nordrhein-Westfalen · seit 1893
  • GelsenTrabPark Gelsenkirchen · Nordrhein-Westfalen
  • Trabrennbahn Dinslaken Dinslaken · Nordrhein-Westfalen
  • Trabrennbahn Recklinghausen Recklinghausen · Nordrhein-Westfalen
  • Trabrennbahn Drensteinfurt Drensteinfurt · Nordrhein-Westfalen
  • Trabrennbahn Bahrenfeld Hamburg · Hamburg
  • Trabrennbahn Dieburg Dieburg · Hessen
  • Trabrennbahn Panitzsch Borsdorf · Sachsen
  • Trabrennbahn Krieau Wien · Wien
  • Magna Racino Ebreichsdorf · Niederösterreich
  • Trabrennbahn Wels Wels · Oberösterreich
  • Trabrennbahn Gröbming Gröbming · Steiermark

Der Plan setzt jede Bahn an ihre geografische Position. Er zeichnet keine Landesgrenzen, sondern nur das Gradnetz, an dem sich die Ballungen im Rheinland, in Bayern und um Berlin ablesen lassen.

02 · DEUTSCHLAND

Trabrennbahnen in Deutschland und ihre Geschichte

Die älteste Spur führt nach Mönchengladbach: im August 1893 fanden dort auf den Nierswiesen die ersten Rennveranstaltungen statt. Betrieben wird die Anlage heute vom Verein zur Förderung des Rheinischen Trabrennsportes.

In Bayern entstand die Trabrennbahn Daglfing 1902, gegründet vom Münchner Trabrenn- und Zuchtverein. Ihre äußere Bahn, die eigentliche Rennbahn, misst 1.000 Meter. Das Hauptrennen, Das Silberne Pferd von Deutschland, wurde erstmals 1937 ausgeschrieben. Die Trabrennbahn Daglfing ist damit eine der ältesten durchgehend genutzten Anlagen in Deutschland.

Neben diesen bekannten Anlagen wird in Deutschland auch in Bahrenfeld in Hamburg, in Karlshorst in Berlin, in Dinslaken, in Recklinghausen und im GelsenTrabPark in Gelsenkirchen gefahren, dazu in Dieburg, Drensteinfurt, Panitzsch und Pfarrkirchen. Auffällig ist die Häufung im Westen: allein zwischen Rhein und Ruhr liegen mehrere Bahnen in kurzer Entfernung, während Berlin zwei und Bayern drei Standorte stellt. Eine Bahn ist dabei kein unveränderliches Bauwerk. Straubing zeigt das am deutlichsten: Anfang der 2000er wurde die Anlage nach einem Teilverkauf des Geländes um 100 Meter verkürzt.

Ebenfalls in Bayern liegt Straubing, wo der Zucht- und Trabrennverein Straubing 1873 die Bahn am 12. Mai 1901 einweihte. Rund zwanzig Renntage im Jahr mit im Schnitt bis zu zehn Rennen finden dort statt; Anfang der 2000er wurde die Bahn nach einem Teilverkauf um 100 Meter verkürzt.

In Berlin trägt die Trabrennbahn Mariendorf im Bezirk Tempelhof-Schöneberg seit 1913 das Deutsche Traber-Derby aus, das der Erste Berliner Trabrenn-Verein in der Derby-Woche Ende Juli und Anfang August veranstaltet. Die Trabrennbahn Mariendorf ist damit die Adresse des wichtigsten deutschen Rennens. Dazu kommen unter anderem Karlshorst, Bahrenfeld, Dinslaken, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Dieburg, Pfarrkirchen, Panitzsch und Drensteinfurt.

Dass die Bahnen dort liegen, wo sie liegen, lässt sich an den Gründungsdaten ablesen. Mönchengladbach, Daglfing und Straubing entstanden zwischen 1893 und 1902, also in derselben Zeitspanne. Der Trabrennsport wuchs in Regionen mit dichter Bevölkerung und vorhandener Pferdezucht, und diese Verteilung hat sich über mehr als ein Jahrhundert kaum verschoben.

03 · ÖSTERREICH

Trabrennbahnen in Österreich und die Bahnklassen

Österreich ordnet seine Bahnen nach Klassen, und diese Einteilung ist an Mindestlängen gebunden. Eine A-Bahn misst mindestens 1.000 Meter, eine B-Bahn mindestens 800 Meter. Für C-Bahnen auf Landesebene ist keine Mindestlänge festgelegt.

Als A-Bahnen gelten die Krieau in Wien und das Magna Racino in Ebreichsdorf. Wels und Gröbming zählen zu den B- und C-Bahnen. Damit fällt die Übersicht für Österreich kleiner aus als für Deutschland, ist dafür aber klarer gegliedert.

Bahnlänge und Renndistanz gehören zusammen, und keine der gefahrenen Distanzen entspricht einer Runde. Gefahren wird über 1.600, 1.760, 1.900, 2.100 und 2.300 Meter. Auf der 1.000 Meter langen äußeren Bahn in Daglfing bedeutet ein Rennen über 2.100 Meter damit zwei vollständige Runden und ein Stück dazu, während eine B-Bahn mit ihren mindestens 800 Metern dieselbe Distanz in mehr als zwei Runden aufteilt. Für die Zuschauer heißt das, dass die Zahl der Kurven zur Bahn gehört und nicht zur Ausschreibung: dieselbe Distanz verlangt auf einer kurzen Bahn mehr Kurven als auf einer langen. Jede Kurve ist dabei eine Stelle, an der der Takt verloren gehen kann, denn ein Galoppsprung kostet die Platzierung — was ein Pferd an Trabsicherheit mitbringen muss, steht bei den Traberrassen und ihren Gangarten.

Für die Übersicht bedeutet das: eine österreichische B-Bahn ist nicht die kleinere Ausgabe einer deutschen Bahn, sondern eine eigene Kategorie mit eigener Mindestanforderung. In Deutschland gibt es keine vergleichbare Buchstabeneinteilung, weshalb sich die Bahnen dort eher über ihre Renntage und ihre Hauptrennen einordnen lassen als über eine formale Klasse.

04 · BELAG

Sandbahn, Grasbahn und was der Belag ausmacht

Gefahren wird überwiegend auf Sandbahnen, teils mit Kunststoffbeimengung, daneben auf Grasbahnen. Die Sandbahn ist der Regelfall, weil sie sich witterungsunabhängiger herrichten lässt und über die Saison gleichmäßiger bleibt.

Dass der Belag keine Nebensache ist, zeigt Mönchengladbach: im Frühjahr 2019 wurde die Bahn aufwendig saniert und der bisherige Sandbelag durch einen anthrazitfarbenen Belag aus Basaltsplit ersetzt. Wer eine Sandbahn und eine Basaltsplitbahn nebeneinander sieht, erkennt den Unterschied schon an der Farbe. Der Belag entscheidet zugleich darüber, was das Gespann abzufangen hat: ein Sulky hat keine Federung, die Dämpfung übernehmen allein die luftgefüllten Reifen, wie der Aufbau des Trabrennwagens im Detail zeigt.

Wer eine Bahn besuchen will, prüft den Rennkalender des jeweiligen Vereins, denn die Renntage sind über das Jahr sehr unterschiedlich verteilt. Straubing kommt auf rund zwanzig Renntage, andere Anlagen tragen deutlich weniger aus. Eine Bahn ohne Renntag ist an den meisten Tagen des Jahres eine Trainingsanlage. Gewettet wird an einem Renntag am Totalisator der Bahn, wo sich die Quote erst aus den eingezahlten Beträgen ergibt; welche Wettarten dort angeboten werden, führt die Übersicht der Wettarten im Trabrennsport auf.

05 · FAQ

Häufige Fragen zu Trabrennbahnen

Wie lang ist die Bahn in Daglfing?

Die äußere Bahn, die eigentliche Rennbahn, misst 1.000 Meter.

Wo wird das Deutsche Traber-Derby gefahren?

In Berlin-Mariendorf, während der Derby-Woche Ende Juli und Anfang August.

Was unterscheidet eine A-Bahn von einer B-Bahn in Österreich?

Die Mindestlänge. Eine A-Bahn misst mindestens 1.000 Meter, eine B-Bahn mindestens 800 Meter.

Worauf wird gefahren?

Überwiegend auf Sand, teils mit Kunststoffbeimengung, daneben auf Gras. Mönchengladbach fährt seit 2019 auf Basaltsplit.

Welche Bahn ist die älteste?

Von den hier genannten reicht Mönchengladbach am weitesten zurück: die ersten Rennveranstaltungen auf den Nierswiesen fanden im August 1893 statt.

Wie viele Renntage gibt es in Straubing?

Rund zwanzig im Jahr, mit im Schnitt bis zu zehn Rennen je Renntag.