01 · BEGRIFF
Was einen Traber ausmacht
Ein Traber ist ein Pferd, das für das Rennen im Trab gezüchtet wurde. Der Name beschreibt keine einzelne Rasse, sondern einen Typ, der sich über mehrere Populationen verteilt. Gemeinsam ist ihnen die Fähigkeit, bei hohem Tempo im Zweitakt zu bleiben, statt in den Galopp zu wechseln.
Die Anlage allein entscheidet dabei nichts. Im Rennen kosten Dreischlag und Passgang dieselbe Platzierung wie ein Galoppsprung, und alle drei sind Taktfehler, die bei diesem Tempo auftreten. Trittsicherheit im Takt ist deshalb eine Eigenschaft für sich und nicht bloß eine Folge der Geschwindigkeit. Sie erklärt auch, warum sich die französische Linie behauptet hat: der Trotteur Français gilt als der trabsicherere, das American Standardbred als das schnellere Pferd, und beide Eigenschaften lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen. Ein Zuchtziel muss sich zwischen ihnen entscheiden, und genau diese Entscheidung trennt die beiden Populationen bis heute.
Genetisch liegt dem eine Mutation im Gen DMRT3 zugrunde, die schnelle Gangarten bei hohem Trabtempo erst möglich macht. Im Rennen erreicht ein Traber 45 bis 50 Kilometer pro Stunde. Der Spitzenwert deutscher Hengste liegt bei einer Kilometerzeit von 1:10,2. Wie ein Rennprogramm Geschlecht, Farbe und Eintragungsland eines Trabers notiert, steht im Glossar der Begriffe und Abkürzungen.
| Stockmaß | 145–175 cm |
| Renngeschwindigkeit | 45–50 km/h |
| Kilometerzeit, deutsche Spitze | 1:10,2 |
02 · TYP
Der Traber als Pferderasse und was ihn kennzeichnet
Als Pferderasse betrachtet, fällt der Traber durch eine große Spannbreite auf. Das Stockmaß reicht von 145 bis 175 Zentimetern, was für eine einzelne Pferderasse ungewöhnlich weit ist und daran liegt, dass die Zuchtauswahl der Leistung folgt und nicht dem Erscheinungsbild.
Im Fell überwiegen Braune, dazu kommen einzelne Füchse und Rappen, Schimmel sind selten. Im Umgang gelten Traber als ausgeglichene, leicht trainierbare, menschenbezogene und leistungsbereite Pferde. Das erklärt, warum ausgemusterte Rennpferde häufig ein zweites Leben im Freizeitsport finden.
03 · HERKUNFT
Zucht und Abstammung der Traberpopulationen
Die Zucht kennt im Wesentlichen drei Linien. Das American Standardbred bildet die Grundlage der meisten Populationen weltweit, auch der deutschen. Der Französische Traber, der Trotteur Français, bildet dagegen eine eigene Population mit kaum Standardbred-Einfluss und stellt weniger als zehn Prozent des deutschen Zuchtaufkommens.
Der Russische Traber ging aus dem Orlow-Traber hervor, in den Standardbreds eingekreuzt wurden. Auf die deutsche und schweizerische Zucht hat der Russische Traber heute nur noch geringen Einfluss. Frankreich hält seine Linie über die Rennbestimmungen bewusst rein und begrenzt fremden genetischen Einfluss.
Frankreich schützt seine Linie über die Rennbestimmungen und begrenzt fremden genetischen Einfluss gezielt. Das ist der Grund, warum der Trotteur Français bis heute eine eigenständige Population geblieben ist, während anderswo das Standardbred den Ton angibt. Wer eine Abstammung liest, erkennt an wenigen Namen, aus welcher der beiden Welten ein Pferd stammt.
04 · GRUNDLAGE
Das American Standardbred als Grundlage der Zucht
Das American Standardbred gilt als der schnellste Traber und ist damit die Referenz, an der sich die übrigen Populationen messen. Wo Tempo das Zuchtziel ist, führt der Weg fast zwangsläufig über diese Linie.
In Zahlen fällt die Gewichtung deutlich aus: das Trotteur Français macht weniger als zehn Prozent des deutschen Zuchtaufkommens aus, obwohl es in Frankreich eine eigene, weitgehend geschlossene Population bildet. Wer eine Abstammung liest, findet deshalb in aller Regel Standardbred-Vorfahren, und zwar über mehrere Generationen. Für die Auswahl eines Pferdes heißt das: die Linie sagt weniger über die Herkunft als über das Zuchtziel, unter dem gezüchtet wurde.
Der Französische Traber setzt einen anderen Schwerpunkt: er ist im Schnitt größer und gilt als trabsicherer, verliert also seltener den Takt. Für einen Sport, in dem ein Galoppsprung die Platzierung kostet, ist Trabsicherheit eine Leistung für sich und kein Nebenaspekt.
05 · LEISTUNG
Was die Kilometerzeit über ein Pferd aussagt
Leistung wird beim Traber nicht in der Gesamtzeit eines Rennens gemessen, sondern als Kilometerzeit: dem Durchschnittstempo je 1.000 Meter. Notiert wird sie in der Form 1:10,2, also eine Minute und 10,2 Sekunden für den Kilometer.
Der Vorteil dieser Rechnung liegt auf der Hand. Weil im Trabrennsport über 1.600, 1.760, 1.900, 2.100 und 2.300 Meter gefahren wird, wären Gesamtzeiten untereinander wertlos. Die Kilometerzeit macht ein Ergebnis über 1.600 Meter mit einem über 2.300 Meter vergleichbar und ist deshalb die Kennzahl, die in Abstammungsnachweisen und Verkaufsanzeigen auftaucht.
Der genannte Wert von 1:10,2 ist der Spitzenwert deutscher Hengste und damit kein Maßstab für ein durchschnittliches Pferd. Er markiert das obere Ende einer Skala, an deren unterem Ende ein Freizeitpferd steht, das nie ein Rennen bestritten hat.
06 · ANSCHAFFUNG
Einen Traber kaufen und was dabei zählt
Wer einen Traber kaufen will, trifft auf zwei sehr verschiedene Märkte. Der eine handelt mit Pferden für den aktiven Rennsport, wo Abstammung und Kilometerzeit den Preis bestimmen. Der andere vermittelt Pferde nach der Rennkarriere in den Freizeitbereich.
Aus dem Wesen der Rasse folgt eine zweite Verwendung. Weil die Rasse als ausgeglichen, leicht trainierbar und menschenbezogen gilt, finden diese Pferde nach der Rennkarriere häufig einen Platz im Freizeitsport. Der Wechsel ist kein Abstieg, sondern ein Wechsel der Anforderung: statt Tempo über eine feste Distanz zählt dann Verlässlichkeit im Gelände.
Für den zweiten Markt spricht das Wesen der Rasse. Wer einen Traber kaufen möchte, sollte allerdings einplanen, dass ein ehemaliges Rennpferd auf Zug am Geschirr trainiert wurde und nicht auf Reitergewicht. Welchen Wagen es gezogen hat, erklärt die Seite zum Trabrennwagen; wo es gelaufen ist, zeigt die Übersicht der Trabrennbahnen.
07 · FAQ
Häufige Fragen zum Traber
Welche Rasse läuft ein Trabrennen?
Überwiegend das American Standardbred, dazu der Trotteur Français. Beide gehören zum Typ Traber.
Wie groß wird ein Traber?
Das Stockmaß liegt zwischen 145 und 175 Zentimetern.
Wie schnell läuft ein Traber im Rennen?
Zwischen 45 und 50 Kilometern pro Stunde. Deutsche Spitzenhengste erreichen eine Kilometerzeit von 1:10,2.
Welche Fellfarben kommen vor?
Überwiegend Braune, dazu einzelne Füchse und Rappen. Schimmel sind selten.
Was ist das DMRT3-Gen?
Eine Genmutation, die alle diese Rassen tragen. Sie ermöglicht schnelle Gangarten bei hohem Trabtempo.
Wie groß ist der Anteil französischer Pferde in der deutschen Zucht?
Der Trotteur Français stellt weniger als zehn Prozent des deutschen Zuchtaufkommens.